Mastzell-Aktivierungssyndrom MCAS
Mastzellen sind Teil des Immunsystems und spielen eine wichtige Rolle bei Entzündungs- und Abwehrreaktionen. Bei einer Mastzellaktivierung kommt es zu einer fehlregulierten oder überschießenden Freisetzung von Botenstoffen, die Beschwerden in unterschiedlichen Organsystemen verursachen kann.
Je nach zugrunde liegendem Mechanismus werden verschiedene Formen unterschieden:
Mastzellvermehrung (Mastozytose)
Bei einer Mastzellvermehrung liegt eine strukturelle Zunahme von Mastzellen vor, die in bestimmten Geweben nachweisbar ist. Diese Form ist selten und erfordert eine spezialisierte Abklärung nach klar definierten diagnostischen Kriterien.
Sekundäre Mastzellaktivierung
Hier reagieren Mastzellen als Folge einer anderen Grunderkrankung oder Belastung, z. B. bei chronischen Entzündungen, Infektionen, Autoimmunprozessen oder hormonellen Dysbalancen. In diesen Fällen steht die Identifikation und Behandlung der auslösenden Faktoren im Vordergrund.
Idiopathische Mastzellaktivierung (MCAS)
Bei der idiopathischen Mastzellaktivierung lässt sich keine strukturelle Mastzellvermehrung und keine eindeutige Grunderkrankung nachweisen. Die Mastzellen sind funktionell überaktiv, was zu wiederkehrenden, teils wechselnden Beschwerden führen kann
Mögliche Leitsymptome einer Mastzellaktivierung
Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und mehrere Organsysteme betreffen, z. B.:
- Haut: Flush, Juckreiz, Quaddeln, Rötungen
- Magen-Darm-Trakt: Bauchschmerzen, Durchfall, Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Kreislauf / vegetatives Nervensystem: Schwindel, Herzklopfen, Blutdruckschwankungen
- Allgemeinsymptome: Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Belastungsintoleranz
Nicht alle Symptome müssen gleichzeitig auftreten, und die Ausprägung kann im Verlauf variieren.
